Niedersachsen
Niedersachsens stille Energiewende: Wie Dörfer zu Kraftwerken werden
Von Torben Ahrens · 02. September 2026 · 1 Min. Lesezeit
Rund 30 Kilometer südlich von Hannover liegt ein Dorf, das inzwischen mehr Energie erzeugt, als es selbst verbraucht. Möglich macht das eine Genossenschaft, an der über 400 Haushalte beteiligt sind.
Vom Nebenprojekt zum Vorbild
Was 2019 als kleines Pilotprojekt mit zwei Windrädern begann, ist heute ein Verbund aus Windkraft, Biogas und einem Nahwärmenetz. Die Genossenschaft veröffentlicht ihre Zahlen offen – ein Detail, das viele andere Kommunen inzwischen übernehmen wollen.
Technische Basis des Projekts
Ein Teil der Steuerungssoftware, mit der Lastspitzen im Ortsnetz ausgeglichen werden, ist quelloffen einsehbar. Ein vereinfachtes Beispiel aus der Dokumentation zeigt, wie die Einspeiseprognose berechnet wird:
def einspeiseprognose(windgeschwindigkeit, biogas_puffer):
basis = windgeschwindigkeit ** 3 * 0.42
ausgleich = min(biogas_puffer, 120)
return round(basis + ausgleich, 1)
Die Formel ist bewusst simpel gehalten, damit auch technisch weniger versierte Mitglieder der Genossenschaft die Berechnung nachvollziehen können.
Warum das Modell Schule macht
- Die Wertschöpfung bleibt vollständig in der Region.
- Überschüsse fließen in einen Fonds für Straßensanierung und Kita-Ausstattung.
- Die Transparenz schafft Vertrauen, das viele Windkraft-Projekte anderswo vermissen lassen.
Landesweit gibt es inzwischen über 60 vergleichbare Initiativen. Der Verband kommunaler Energiegenossenschaften rechnet damit, dass sich diese Zahl bis 2030 verdoppelt – vorausgesetzt, die Netzanschlüsse in der Fläche werden schneller ausgebaut als bisher.